Schwerin…Wismarsche Straße…Bereich Chinarestaurant bis Marienplatz…was ist passiert?

Verdacht: Ein Verbrechen übelster Art.
Tatort: Eingangsbereich des Chinarestaurants.
Indizien: Blutspritzer auf dem Gehweg bis zum Marienplatz.
Beweise: Blickkontakt mit dem Gehweg. Braucht es mehr?
Motiv: unbekannt.

Die Untersuchung:
- zu Fuß, starrer Blick nach unten, Ausweichmanöver zwischen anderen Fußwegbenutzern, Hände in den Taschen zum Zwecke des Nichterfrierens

untersuchter Gegenstand:
- Blutspritzer in Mäanderform, vor dem Restaurant mehrfach auf der Stelle (20-30 cm vom Eingang entfernt), auf dem Gehweg einzeln hintereinander, wobei keine lineare Blutspur erkennbar ist

Beschreibung:
- vor dem Restaurant eine Spritzerhäufung, dann Weiterführung in Einzelspritzern im Abstand von 30-40cm
- die einzelnen Spritzer weisen im Zentrum ein Mengendefizit auf, am Rand bilden sie perifere Protuberanzen aus, was auf einen erhöhten Ursprung im Kopfbereich hindeutet (sie scheinen über mehr als einen Meter bis zum Boden gefallen und dann zerplatzt zu sein)
- die Spur ist nicht linear, sie ähnelt einem Mäandermuster, wie es ein Betrunkener torkelt
- die Blutgruppe lässt sich durch Betrachten nicht ermitteln
- Alter und Geschlecht lassen sich ebenfalls nicht ermitteln, vermutet werden kann aber, dass es sich um eine Person handelt, die derlei Eskapaden häufiger hat (die Person blieb auf dem Weg zum Marienplatz nicht stehen, die Verletzung scheint sie nicht beunruhigt zu haben)
- die Blutspur setzt sich im Schritttempo fort und weist einen Abstand zwischen den Spritzern von etwa 30-40cm auf, was einer langsamen und unsicheren Schrittweite entspricht, wobei die Schrittweite auf eine kleinere Person hindeutet…etwa 1,65-1,70m groß

Der Verdacht:
- Schläge auf die Nase, eventuell auf die Augenbraue

Ausschlusskritereien:
- Messerstiche, das Blut ist zu dunkel, um arteriös zu sein, ein Hauptgefäß scheint nicht getroffen worden zu sein,
- die geringe Menge deutet ebenfalls auf ein kleines venöses Gefäß hin
- eine nette, sich formvollendet benehmende Person mit Schnupfen-Nasenbluten ohne äußere Ursache kann es nicht gewesen sein, weil diese Person ein Taschentuch zum Blutabwischen benutzt hätte oder wenigstens versucht hätte, das Blut aufzuhalten (die Spritzer sind alle etwa gleichgroß und folgen der Schrittweite, ohne dass ein ausfallender Blutspritzer erkennbar wäre, der auf ein Naseputzen hinweisen würde)

Schlussfolgerung:
- Ein Streit mit anschließender Nasenbeinzertrümmerung, Nasenvenenperforation oder bloßem Schlag auf die Augenbraue, was zum Platzen irgendeinen venösen Gefäßes und zum dauernden Blutverlust über mehr als 20 min in geringen Mengen führte.
- Der Streit kann nicht länger als drei Tage zurückliegen, weil es vor drei Tagen schneite, so dass die Spuren dann nicht in so unberührter Form sichtbar wären, wie sie es sind. Auch mechanische Zerstörung durch Schuhsohlen gab es noch nicht, so dass der Zeitpunkt eher ein bis zwei Tage zurückliegen dürfte.

In wenigen Worten…da hat sich jemand mördermäßig besoffen und dann gekloppt bis die Nase blutete. Cool… endlich mal was los in Kleinmuckerdorf…ähm Schwerin :D

2 Kommentare zu “Der nicht ganz alltägliche Krimireport von Scherlocke Dani”

Scherlocke, wie machen Sie das bloß immer? Ihre Logik ist absolut unfehlbar. Neulich zum Beispiel als Sie meinten: “Dr. Wottzen, Sie müssen dringend Ihre Wäsche waschen.” und ich meinte: “Hey, woher wissen Sie das?” und Sie sagten: “Weil Ihre Kleidung einen Fluchtversuch aus dem Wäschekorb unternommen hat.” Oder vor ein paar Tagen morgens: “Dr. Wottzen, Sie müssen jetzt aufstehen.” - “Wahnsinn, woher wissen Sie das?” - “Weil Ihr Wecker klingelt und zwar seit einer Stunde.” Sowas ist einfach zu hoch für mich. Hinterher erscheint es immer so klar, aber in dem Moment komme ich einfach nicht drauf. Ich freue mich auf weitere spannende Fälle.

Ach Wottzen, das ist doch ganz einfach. Man muss nur genau hinsehen, gut beobachten, analysieren, erforschen, untersuchen, nachdenken, nochmal nachdenken…und so weiter.

Jetzt zum Beispiel sehe ich ganz deutlich, dass Sie müde sind. Ihre Oberlider geben der Schwerkraft nach, Sie tragen Ihr Nacht-Tshirt und sind im Schlafzimmer verschwunden.
Gut, das ist nun nicht für jeden auf den ersten Blick zu erkennen, aber ich denke, mit etwas Übung könnten sogar Sie solche messerschafen Beobachtungen machen. Darauf verwette ich meine Pfeife. mäh

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